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| Slavisches Institut

Stellungnahme zu Cosmo

Die mehrsprachigen Radioprogramme (und Podcasts) von COSMO sollen eingestellt werden. Dagegen protestiert das Slavische Institut.

Das Slavische Instituts der Universität zu Köln protestiert entschieden gegen die offenbar erneut geplante Einstellung der slavischen Programme von COSMO. Es kann nicht sein, dass ausgerechnet Menschen mit internationaler Familiengeschichte, ausgerechnet die Nachkommen der »Gastarbeiter«, die unser Land aufgebaut haben, ausgerechnet vor Krieg, Hunger und Folter Geflüchtete unter Sparmaßnahmen leiden müssen, die alles, was das Zusammenleben in Deutschland ausmacht, zur Disposition stellen wollen, obwohl Deutschland dank des jährlichen Wirtschaftswachstums heute (inflationsbereinigt) um 55 % reicher ist als 1990 (Deutsche Bundesbank, Lange Zeitreihen zur Wirtschaftsentwicklung in Deutschland, Frankfurt am Main 2026, S. 4: reales Bruttoinlandsprodukt).

Der öffentlich-rechtliche Rundfunk in Deutschland verfügt über 21 Fernseh- und mindestens 50 Radioprogramme, die quasi rund um die Uhr ausgestrahlt werden – alle auf Deutsch. Von den in Deutschland lebenden Menschen haben aber 14 % eine andere Muttersprache als Deutsch (Astrid Adler, Sprachstatistik in Deutschland, Deutsche Sprache 47:3 (2019), 197–219, hier 214). Für sie müssten also eigentlich mindestens 3 Fernseh- und 7 Radioprogramme in anderen Sprachen ausgestrahlt werden. Stattdessen gibt es kaum eine Stunde pro Woche Hörprogramm auf Russisch, Bosnisch/Kroatisch/Serbisch und Polnisch sowie Türkisch, Italienisch, Arabisch Griechisch, Spanisch und Kurdisch. Trotz einer Million ukrainischer Geflüchteter gibt es bisher kein Programm auf Ukrainisch. Auch ein rumänisches oder albanisches Programm existiert nicht. Und jetzt soll dieses Minimalangebot auch noch abgeschafft werden? Das kann nicht sein.

Und ja, die Menschen, um die es hier geht, verstehen größtenteils auch gut Deutsch. Wir sollten aber inzwischen gelernt haben, dass Mehrsprachigkeit extrem wichtig für eine gute Integration ist. Wenn wir den Menschen durch die Entscheidung, das letzte auf sie zugeschnittene Medium zu streichen, signalisieren, dass sie uns nicht willkommen sind, und wir ihnen gar kein in unserer Demokratie produziertes Medium mehr anbieten, überlassen wir sie in vielen Fällen alternativlos Propagandasendern autokratischer Regime (vgl. die detaillierten Informationen von Reporter ohne Grenzen in der Rangliste der Pressefreiheit 2026, https://www.reporter-ohne-grenzen.de/rangliste/2026). Die Deutsche Welle, Radio Free Europe und der BBC World Service haben gänzlich andere Zielgruppen und sind ihrerseits in Gefahr und/oder bereits zusammengestrichen worden.

Wir erinnern zudem daran, dass an den nichtdeutschsprachigen Programmen bereits mehrfach gespart wurde, vor allem durch die Fusion von Funkhaus Europa und Radio Multikulti, die zwar Synergien genutzt, aber auch genau die föderale Vielfalt eliminiert hat, die uns bei den deutsch­sprachigen Programmen so wichtig ist.